Jungzüchterlehrgang des ZfDP in Augsburg

Letzten Sonntag machten wir uns zu fünft auf den Weg nach Neusäß bei Augsburg, um am Jungzüchtertag des ZfDP teilzunehmen.
Organisiert wurde der Tag von Ulrike Schachner, bayerische Jungzüchterbeauftragte des ZfDP. Pünktlich trafen wir mittags
auf ihrer Anlage ein. Nur wenige Minuten später kamen auch Peter Schmid und seine Frau Regine Fink aus Dinkelsbühl an.
Peter Schmid, bayerischer Landesgruppenvorsitzender des ZfDP, würde am heutigen Tag das Mustern anhand der linearen Beurteilung erklären.

Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Teilnehmer ihrem Alter entsprechend in zwei Gruppen aufgeteilt. Kinder und Jugendliche
durften das Mustern und Vorführen an Ponys üben, die älteren Teilnehmer bekamen für die selben Aufgaben Warmblüter zur Verfügung gestellt.
Die "Großen" durften mit dem Mustern beginnen. Dabei wird das Pferd von Kopf bis Huf beurteilt. Richter prüfen nacheinander alle Partien des Pferdekörpers
sowie den Gesamteindruck des Tieres. Jeder Teilnehmer erhielt einen zweiseitigen Beurteilungsbogen, den wir von Anfang bis Ende abarbeiteten.
Bei der linearen Beurteilung werden allerdings keine Noten vergeben. Er dient lediglich der möglichst genauen Beschreibung des präsentierten Pferdes.
Berücksichtigt wird dabei z.B. der Futterzustand, Rassetyp, Geschlechtsausdruck aber auch die Korrektheit der Vor- und Hinterhand,
Länge des Rückens, Halsung, Form der Kruppe... Wir erkannten ziemlich schnell, dass die Musterung eines Pferdes keine einfache Angelegenheit ist, die vor allem viel Erfahrung benötigt. Wenn man bedenkt,
wie wenig Zeit pro Pferd den Richtern an einer Schau zur Verfügung steht, kann man eigentlich nur noch seinen Hut ziehen.

Der zweite Teil des Jungzüchterlehrgangs bestand aus dem korrekten Vorführen. Hier wurden wir von sehr erfolgreichen (ehemaligen) Jungzüchtern des ZfDP unterrichtet.
Wieder wurden uns hierfür Warmblüter in die Hand gedrückt. Auch wenn wir vom Thiergartenhof alle bereits Schau-erfahren sind, mussten wir zunächst herausfinden, wie man mit so viel Pferd zurecht kommt,
bevor wir uns auf das Vorführen an sich konzentrieren konnten. Ist schon ne andere Hausnummer so ein großes Pferd :-D Uns wurde bewusst, welche Genauigkeit beim korrekten Vorführen verlangt wird. Es kamen auch große Unterschiede zwischen dem deutschen und irischen (Connemara-) Vorführsystem zu Tage. Wir wussten bereits, dass man den deutschen Richtern das Pferd (2x) so gut wie möglich hinstellen muss und dass irische Richter im Gegensatz dazu um das Pferd herumlaufen. Der gravierendste Unterschied bestand allerdings darin, dass im irischen System i.d.R. keine Peitschenführer erlaubt sind. Der Führer des Pferdes muss selber dafür Sorge tragen, dass sich sein Pferd optimal präsentiert. Auch wir führen unsere Ponys so vor. Die Jungzüchter zeigten uns an diesem Lehrgang, wie das in Deutschland gemacht wird:
Der Führer des Pferdes nimmt keinen Einfluss auf das Tempo seines Tieres. Das macht alles der Peitschenführer, der hinter dem Pferd mitläuft.

Zum Schluss gab es bei Kaffee und Kuchen noch ein wenig Theorieunterricht. Wir sprachen gemeinsam Fragen zu unterschiedlichen Themen rund ums Pferd durch (Abzeichen, Fütterung, Rassen, Reitlehre,...). Ein wunderbarer, lehrreicher Tag auf der Reitanlage Schachner ging zu Ende und wir machten uns wieder Richtung Heimat auf. Wir waren uns aber alle einig: Ponys sind einfach handlicher :-D

Ein riesengroßes Dankeschön geht an Ulli Schachner und ihr Team für die wunderbare Organisation und den leckeren Kuchen. Wenn ihr mal selber Interesse an einem Jungzüchter-Lehrgang habt, fragt doch bei eurem Zuchtverband nach. Auf der Seite des ZfDP findet ihr hier weitere Informationen.

Connemaragestüt Thiergartenhof
Thiergartenhof 1
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